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Brillanzhörer
 

Der neuer Referenzkopfhörer K 702 von AKG in der Anwendung.

 
Text: Tom Ammermann, Fotos: AKG 
05.12.2008 

Expect and … discover“, so die einleitenden Worte auf der Verpackung beim Erkunden des Drumherums. Da wollen wir doch mal sehen, ob hier geweckte Erwartungen auch befriedigt werden. Und ich frage mich zunächst, was ich denn eigentlich von so einem Kopfhörer erwarte. Also ich, der arbeits- und anwendungsbedingt häufiger mit längeren Sessions unter dem Kopfhörer zu tun hat, benötige als erstes Tragekomfort! Dann mal aufgesetzt, das gute Stück, nicht gerade klein, aber es ist leichter, als es aussieht, prima soweit. Gut, einstellen muss man auch nichts, der auf dem Kopf liegende – Donnerwetter, ich sehe gerade - „Echtlederbügel“ justiert sich von selbst. Das ist zwar nicht eben eine Weltneuheit aber ein netter Service, wenn der Kopfhörer zum Beispiel an einem Arbeitsplatz liegt, der des Öfteren mal neu bevölkert wird. Man muss sich dann nicht immer über die Einstellung des Vorgängers ärgern und eine Lederausführung ist, davon abgesehen, dass man damit protzen kann, sicher eine haltbare Angelegenheit, die ich ehrlich gesagt auch lieber auf dem Kopf habe als Plastik. Noch zu erwähnen ist sein fester Sitz, er fällt einem beispielsweise beim Nachuntenbeugen nicht vom Kopf, was erfahrungsgemäß kein zu vernachlässigendes Kriterium ist!
Die Ohrmuschel ist dankenswerterweise recht groß gehalten. Langohren wie ich haben immer das Problem, bei zu kleinen Ausfertigungen oben mit der Ohrspitze anzuecken. Für kurzzeitigen Gebrauch ist das kein Problem, aber bei längeren Sessions mit Tragweite nervt mit der Zeit auch nur der kleinste Kontakt. Auch sonst macht der K 702 einen ausgesprochen soliden Eindruck. Er kann auch gerne mal runterfallen oder in die Ecke gefeuert werden, wenn´s einmal nicht so läuft, wie´s sollte! Die Ohrpolster liegen wunderbar flauschig auf, und es entsteht kein beengendes Gefühl. Ob das mit der proklamierten 3D-Form gemeint ist? Also ein weiterer Pluspunkt, der sicher auch von einem adäquat gewählten Abstand der Hörmembran zum Ohr herrührt - auch hier würde ein Kontakt sehr nerven. Ich sehe auf einer Abbildung auf der Verpackung, dass das Ohrpolster abnehmbar sei, das lobe ich mir und muss es auch sofort ausprobieren. Selbst ist der Mann und frohgemut mache ich mich ans Werk, das Polster zu beseitigen - da knackt es! Nicht mehr ganz dran aber auch noch nicht ganz ab hängt es da plötzlich herum. Verdammt, denke ich, jetzt gibt´s Ärger und ich muss alles selbst bezahlen. Habe ich mich getäuscht? War nur der Wunsch nach auswechselbaren Flauschpolstern der Vater des Gedankens? Vom schlechten Gewissen getrieben, mir meine Ungeduld vorwerfend, stöbere ich in der Verpackung nach der Betriebsanleitung, doch es gibt keine! Ok, das finde ich ja eigentlich gut, deutet es doch darauf hin, dass alles mit etwas technischem Verständnis und Entdeckergeist zu ergründen sein müsste. Lediglich ein Datenblatt mit einer Featureauflistung und technischen Spezifikationen ist auffindbar. Na gut , kann nicht so schlimm sein, vielleicht lässt sich mein Kopf noch aus der Schlinge ziehen - ich setze meine Inspektion fort. Und in der Tat, mein Wunsch wird Wirklichkeit. Mit gut bemessenem Kraftaufwand kann man per Linksdrehung das Polster jeweils entfernen und ein gegebenenfalls neuerworbenes per Rechtsdrehung natürlich wieder platzieren – ein Stein kullert direkt von meinem Herzen übers Studioparkett. Doch langsam bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich den Kopfhörer nicht sowieso bezahlen und einzubehalten wünsche? Schaun´ wir mal weiter!
Der K 702 führt ein sauerstoffarmes, wirklich solide anmutendes und flexibles Kabel mit sich. Den Bürostuhl-Drüberrolltest hab ich lieber unterlassen, doch scheint es mir der einen oder anderen Überquerung standhalten zu können. Nett außerdem: ein souverän arretierter Mini-XLR-Stecker, der das Kabel fest aber jederzeit ersetzbar mit dem Kopfhörer verbindet. Auch hat das Kabel einen verschraubbaren 6,35 mm Klinkenstecker, der eine 3,5 mm Miniklinke unter sich birgt. Tolle Sache, so muss ein Gerät für den professionellen Einsatz konzipiert sein.
Wie auch schon die Flauschpolster, lassen sich das Kabel und somit alle Verschleißteile des audiophilen Gerätes austauschen und man hat Verbindung zu allen großen und kleinen Außenkontakten, die einem Kopfhörer Anschluss gewähren.

Abgehört. Widmen wir uns nun dem anderen wichtigen Bereich: Wie klingt der K 702 denn so? Ich zitiere einmal die Packungsbeilage: „Revolutionäre Flachdrahtspulentechnologie“ und „patentierte Varimotion™-2-Schicht-Membran für brillante Höhen und präzise Tiefenwiedergabe“! Das ist genau so, wie ich es gerne hätte mit den Höhen und Tiefen, daher folgt jetzt mein Hörtest mit größter Vorfreude.
Dreißig Minuten später: Die neue Referenz, dynamischer AKG-Kopfhörer? Nun, Kopfhörer kenne ich schon einige, doch AKG-Experte bin ich nun wieder nicht, daher darf ich ja auch testen, sonst wäre es kein fairer Test und – stimmt: wirklich echt gut! Ich habe einfach meine beiden immer wieder verwendeten und nicht weiter benannten Kopfhörer als Referenz herangezogen. Der eine war sofort aus dem Rennen, der andere, auch das Topmodel eines namenhaften Kopfhörerherstellers, bot dem K 702 ebenfalls die Stirn. Damit ist schon mal ganz klar, das Prädikat Referenzklasse bekommt er von mir auf jeden Fall! Was empfand ich nun beim Hören: Ich meinte, einen sehr offenen, angenehmen Klang zu vernehmen. Damit meine ich nicht einfach „ordentlich Höhen reingeschraubt“, sondern einen Klang, der den bei Kopfhörerreproduktion berüchtigten „Inhead-Effekt“ eher vermeidet. Hier fand ich den K 702 besser als die beiden Vergleichsmodelle! Ich habe ihn im Übrigen jetzt beim Schreiben immer noch auf und höre Musik. Macht echt Spaß, und das finde ich wirklich ein gutes Zeichen! Also, die Pflicht wäre bestanden, kommen wir zur Kür! Keinerlei Höhen belästigen mich unangemessen und doch, „obenrum“ ist alles da. Das war zum Beispiel der Bereich, der einen meiner Kopfhörer im direkten Vergleich sofort disqualifizierte. In den Mitten nicht zimperlich, doch nicht überzeichnend oder gar mager. Dynamik - alles gut, spielt prima mit. Die Tiefen – hm, das ist mir ein Tick zu wenig, doch ich gestehe, mein Lieblingskopfhörer langt hier wohl recht gut zu, ich mag das aber so. Natürlich darf man jetzt streiten, was denn als Referenz zu gelten hat, und ganz bestimmt ist das Argument Linearität nicht von der Hand zu weisen, doch gestatte ich mir den Luxus und behaupte, auch der K 702 wird Prioritäten haben und messtechnische Linearität wird er vermutlich auch nicht bieten, so funktioniert unser Ohr aber auch nicht. Das, was ich jedoch höre, sehe und in der Hand halte, ist absolut Bestes und somit Referenzniveau!
Also wie immer Hands on - wer gerade auf der Suche ist, könnte fündig werden, wer´s gerne mal anders hätte, ebenfalls. Darum nicht sinnieren, sondern ausprobieren, und 329,00 Euro UVP ohne MwSt sind noch erschwinglich und auch gerechtfertigt.


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