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BPM im Norden
 

BPM - Broadcast & Professional Media GmbH, eine Stippvisite in der Hamburger Zentrale des Broadcast-, Handels- und Systemhauses.

 
Von Tom Ammermann 
05.12.2008 

Als Unternehmen für professionelles Video-, Audio- und Medienequipment hat sich BPM im Norden der Republik in Vertrieb, Installation und Support von Broadcasttechnologie etabliert. Welche Faktoren und Details sind es, die den Erfolg des noch jungen Unternehmens begründen, war unsere Frage, die uns zu einer Stippvisite in die Hamburger Zentrale der BPM führte.
Bei unserer Ankunft empfängt uns Arne Buhr, Marketing / Vertrieb Post-Produktion, im Empfangsbereich. Er führt uns an einem interessanten Showroom vorbei, auf den ich später noch zu sprechen komme, über Flure und Gänge durchs Innere des Unternehmens in einen großen Konferenzraum, wo sich sein Vater, Heinrich Buhr, geschäftsführender Alleininhaber der BPM, zu uns gesellt. Wie sich schnell zeigt, steht uns nun ein hochkompetentes und erfahrenes Vater-Sohn-Team zur Seite, mit dem wir zu einem Streifzug durch die Welt von BPM aufbrechen.

Historie. Die BPM hat sich 2000 in Hamburg gegründet. Als Leiter des Broadcast Service der Region Nord bei Sony entschied sich Heinrich Buhr zu Beginn des neuen Jahrtausends, Sonys beabsichtigte Trennung von diesem Standort nicht tatenlos mit anzusehen und bemühte sich um eine Übernahme dieser renommierten Sony-Abteilung. Dies gelang einvernehmlich – Sony Deutschland war durchaus froh über den Fortbestand der Abteilung, waren doch noch viele servicebedürftige Kunden da draußen - und so gründete der gelernte Radio- und Fernsehtechniker nach jahrelangem und kontinuierlichem Wirken bei Sony die BPM. Glücklicherweise gelang ihm die Übernahme des fachkundigen und erfahrenen Personals, das auch zuvor schon sein Team bildete, sowie der über die Jahre etablierten Räumlichkeiten. Selbst die Telefonnummern blieben die alten, und durch die ebenfalls übernommenen technischen Einrichtungen hat sich eigentlich nur das Firmenschild an der Tür geändert. Nicht zuletzt dadurch bemerkten viele alte Kunden lange Zeit gar nicht, dass sie nicht mehr bei Sony, sondern bei BPM in den Werkstätten standen. Dies ist sicher als Lob aufzufassen, da der sensible Service am Broadcastequipment vieler langjähriger und anspruchsvoller Kunden ganz offensichtlich nahtlos zu deren vollsten Zufriedenheit von BPM weitergeführt wurde. Kundenzufriedenheit ist ein fester Bestandteil des Erfolgs von BPM, der sich in jährlichen Wachstumszahlen von 20 bis 30 % widerspiegelt.
Mit dem Aufkauf des gesamten Betacam SP Equipments (80 Camcorder & 260 Mazen) des NDR im Jahr 2001 betrat BPM eine neue Ebene in einem weiteren Geschäftsbereich, dem Vertrieb! Seit seiner Betriebsgründung war BPM auch immer Ansprechpartner für gebrauchtes Broadcastequipment. Aus dieser Erfahrung und aufgrund guter Kenntnisse des Marktes und natürlich der Gerätschaften wussten Heinrich Buhr und sein Team das NDR-Equipment fachgerecht zu warten und ggf. instand zu setzen, um es dann entsprechenden Interessenten anzubieten. Arne Buhr, gelernter Industriekaufmann und studierter Betriebswirt, der von Anfang der Betriebsgründung an im Unternehmen mitarbeitet, hat die Firma den mit der Gründung zeitgleichen Aufbau des Online-Shops zu verdanken, der im Moment knapp 3000 Produkte beinhaltet. Kaum eine andere Website im deutschsprachigen Raum verfügt über so viele Produkte, neu wie gebraucht. Sicher hängt damit auch zusammen, dass die BPM-Site immer wieder gern als Referenz zu Preisen auf dem Gebrauchtmarkt für Broadcast Equipment herangezogen wird, so Arne Buhr. Natürlich wurde durch den Service und Vertrieb von gebrauchtem Equipment bei BPM auch die Nachfrage nach neuen Geräten immer größer. Hierum bemühte sich BPM, so Heinrich Buhr, natürlich stetig, was anfänglich keine leichte Aufgabe war. „Die Claims sind abgesteckt“, damals wie heute, und man muss schon ein bekanntes Schwergewicht der Branche sein, um als Vertriebspartner größerer Hersteller akzeptiert oder gar gewünscht zu sein. Doch großes Engagement und stetiges Wachsen haben BPM letztendlich bis heute viele namhafte Broadcast-Hersteller überzeugen und ins Boot holen lassen, darunter u.a. Sony, Panasonic, JVC, Apple und Avid. Der Vertrieb von gebrauchtem wie neuem Broadcastequipment ist also ein weiterer Eckpfeiler des Unternehmens, der weit in seine Anfänge zurückreicht und somit auf gewachsenen Strukturen steht.

Audiologie. Was mich, der ich mit der Audiobranche fest verbunden bin, ein wenig wundert ist, dass Audio bei BPM keine bedeutende Rolle zu spielen scheint. Das stimmt glücklicherweise nicht ganz - in diesem Hause gilt nicht nur: „Ton…ist da, gut!“, sondern schon mehr. Doch vermisse ich diesen Teil ein wenig. Ein noch zu eroberndes Feld für BPM? Vielleicht, und wie es scheint, gibt es in dieser Hinsicht auch Bemühungen. BPM hat Anfang 2007 neben der Video- auch die Audioinfrastruktur in der Berliner Axel-Springer-Akademie für die Ausbildung der Journalisten und VJ´s der Zukunft konzipiert, installiert und auch die Betreuung sowie Wartung und Schulung vorgenommen.
Was mich beindruckt, daher auch meine Einschränkung bezüglich „Ton…ist da, gut!“, ist die nahtlose Anknüpfung beziehungsweise Eingliederung eines fokussierten Teils des Audiosegments im Broadcastbereich. BPM hat quasi eine Sennheiser-Vertretung im Hause, die von Gabriele Kliebe betreut wird. Als ehemalige Sennheiser-Mitarbeiterin ist sie kompetent in allen Anwendungsbereichen und Möglichkeiten der Sennheiser-Produkte, die ja gerade für den Broadcastbereich sehr viele Bedürfnisse abdecken. In einer eigenen Lounge des Empfangsareals wacht sie über audiophil Bedürftige, berät Interessierte, und wer entschieden ist, beziehungsweise den Angeboten einfach nicht mehr widerstehen kann, darf auch gleich abschließen, bezahlen und sich das Geschenkpapier aussuchen. Vieles ist auf Lager und was gerade nicht da oder zu exotisch ist, wird kurzerhand aus der Wedemark vor Hamburgs Toren vom Sennheisersitz und Hauptlager geordert.

Runde machen. Wir schlendern weiter plaudernd und fachsimpelnd über die Flure und steckten unsere Nasen in alle Türen, die zu begutachten wir wünschten oder die zu sichten uns angetragen wurden. Dabei entdecken wir ein weiteres und sehr zukunftsorientiertes Betätigungsfeld der BPM: den Komplettservice für kleine und mittlere Postproduktionshäuser.
1. Beispiel: Ich bin freier Dienstleister im Broadcastbereich, wie zum Beispiel Cutter oder Producer, und entscheide mich wegen wachsender Kundennachfrage, ein eigenes Unternehmen mit entsprechenden technischen Voraussetzungen zu gründen. Natürlich weiß man aus der Erfahrung der bisherigen Arbeit bereits, was man braucht und wo man es kaufen kann, jedoch fangen die Problem eigentlich erst an, wenn man kartonweise High-Tech in die neu angemieteten Räumlichkeiten schleppt – bad idea!
2. Beispiel: Ich betreibe bereits ein solches Unternehmen, plane aber den Sprung auf die HD-Ebene und expandiere damit gleichzeitig, weil die Kunden bereits entsprechende Aufträge ankündigen - auch dies will organisiert sein. Alte, gewachsene Strukturen umzubauen, ohne dabei einen Kahlschlag zu veranstalten, der möglicherweise teure Produktionslücken reißt, die dann nur schwer wieder zu schließen sind, bedarf ebenfalls großer Sachkenntnis. Man will ja nicht die noch SD-bedürftigen Kunden verprellen, dennoch aber die hohen Standards, welche bei hochwertigsten HD-Produktionen zu erfüllen sind, souverän bedienen können.
Es besteht also bei Projekten jener Natur, die durch den HD-Gang dieser Tage sicher vermehrt auftreten, Bedarf an umfangreichen Kenntnissen in Broadcast-Systemkonfiguration, Installation sowie Administration und natürlich auch IT-Know-how. Und nicht zu vergessen sei der ganze bautechnische und Strippenziehaufwand. Es lohnt sich also vor dem Start solcher Unternehmensprojekte, Fachleute zu Rate zu ziehen.
Was liegt daher näher für ein Unternehmen wie der BPM, genau dies anzubieten, wo doch eigentlich alle benötigten Komponenten hierfür vor Ort sind und lediglich die Koordinierung mit den bautechnischen Kooperationspartnern nötig ist. Gesagt, getan - schon seit einiger Zeit widmet man sich bei BPM diesem Arbeitsfeld .
Ob es sich nun um einen Neubau, eine „Sanierung“ oder ein HD-Upgrade handelt, BPM arbeitet hier anwenderorientiert, jeder Kunde erhält den individuellen Service, den er benötigt. Man ist so als Kunde weder gezwungen, irgendwelche Studio-Komplettbausätze von der Stange zu kaufen, noch fühlt man sich unwichtig, wenn nur ein Schnittplatz zu warten ist. Also auch hier wachsen und gedeihen wieder Strukturen, die schon jetzt Früchte tragen und zukünftig sicher das Standing BPM´s festigen und sie im Markt gegenüber anderen Wettbewerbsteilnehmern exponieren wird.
Wir sind mittlerweile im Lager angelangt, wo neben lange schon nicht mehr Gesehenem wie vergangenen Beta-SP-MAZen auch so manches noch nie gesehenes technisches Gerät unsere Aufmerksamkeit erregt. Gängige Produkte, ob Camcorder, Monitor oder Workstation, werden hier permanent verfügbar gehalten. Vor allem der große Lagerbestand im Bereich EB-Audio und Medien wird von den Kunden geschätzt.
Einen wichtigen Teil des Lagers nehmen aber auch die Gebrauchtgeräte ein. „Vor allem im Gebraucht-Business muss man die Geräte sofort verfügbar haben, sonst kommt das Geschäft nicht zustande“, urteilt Heinrich Buhr.

BPM unterwegs. Da stehen wir nun und staunen an den Hochregallagern empor, und nur durch eine Bemerkung eines unserer „BPM-Scouts“ werde ich des Garagentors an der Hallenseite gewahr, das wir zuvor - nun entsinne ich mich auch wieder – bei der Ankunft mit dem Wagen passiert haben. Es liegt die Frage nahe, ob BPM das, was sie für Studios an Konzeption, Konstruktion und Service offeriert, auch für Ü-Wagen anbietet. Die Antworten machten klar, dass diese Dienstleistung nicht wirklich gegenwärtig ist. Das Tor hat natürlich unter Anderem die Aufgabe, einem Ü-Wagen Einlass zu gewähren und Service an der technischen Einrichtung zu leisten, jedoch ist die Konzeption und Konstruktion dieser sehr speziellen und diffizilen Form des Studiobaus kein Feld, in dem sich BPM derzeit aufgestellt hat. Nun, ein Garagentor ist da, das systemtechnische Know-how ebenfalls – da orakle ich doch mal, das könnte ja vielleicht noch etwas für die Zukunft sein.

Showroom. Während Sender sich bei den Herstellern direkt einzudecken pflegen und sich das Equipment nebst Personal einfach kommen lassen, bleibt allen Anderen nur das Stöbern in Prospekten, das Abreißen von Kilometern auf dem Gebrauchtmarkt, das Betteln beim Vertrieb oder das Leihen beim Verleih. BPMs neu geschaffener und wohl einzigartiger Showroom erlaubt es genau diesen Kunden, das Neueste vom Neuen an Kameratechnik sofort selbst und an einem liebevoll inszenierten und ausgeleuchteten „Speicherstadtkontor-Set“ zu testen und auf baugleichen Broadcast Monitoren zu vergleichen. Nicht weniger als neun Camcorder aktuellster Bauart und verschiedenster Hersteller stehen hier permanent zum Testen bereit.
Das Empfangsareal-Konzept, so nenne ich es einmal, ist also für das Klientel der BPM aus dem Postpro- und EB-Bereich ein Volltreffer. Man kann sich direkt schlau machen, was geht und was nicht, kann sich anschauen, was an Accessoires, Transporttaschen und Koffern zur Verfügung steht und am Tresen auch gleich die benötigten Aufzeichnungsmedien begutachten und selbstverständlich auch erwerben. Unentschlossene können auch erst einmal eine inspirierende Kaffeepause einlegen, die Espressomaschine steht gleich vis-a-vis, oder am Avid bzw. Final Cut Pro Schnittplatz checken, was so geht. Auch hier eine Ausrichtung auf die Kameramänner und -frauen, Producer und Cutter des Mittelstands. 1000 - in Worten: eintausend – Neukunden, die auch etwas gekauft haben, verzeichnete BPM allein im vergangenen Jahr!

24h Berlin. …ein wirklich ambitioniertes Projekt der zero one film GmbH, Kunde von BPM. Es sollten 80 Filmteams am 5. September 2008 24 Stunden nonstop drehen und das Leben in der Metropole einen Tag von 6h-6h früh aufnehmen. Und damit´s bloß nicht zu einfach wird – file-basiert in HD. Die zero one film GmbH als Mainbrain hinter der Produktion suchte nun den entsprechenden technischen Support zu erhalten. Diverse XDCAM HD-Camcorder mussten letztendlich aufgetrieben werden und so wandte sich das Berliner Filmunternehmen an die gut bekannte BPM. Dank bester historischer und aktueller Kontakte gelang BPM ein Deal mit Sony und es konnten 20 PDW-700, 50 PMW-EX1 und zehn Exemplare des brandneuen PMW-EX3 für dieses ambitionierte Großprojekt zur Verfügung gestellt werden. Natürlich waren alle Gerätschaften nach dem Dauereinsatz „gebraucht“ und Sony konnte die Technik so nicht wieder zurücknehmen. Dank der Infrastruktur und Erfahrung der BPM auf dem Gebrauchtmarkt sah Heinrich Buhr jedoch kein Problem darin, die Gerätschaften danach an den Mann oder an die Frau zu bringen. Gut 1,6 Millionen Euro betrug der Gesamtwert der von BPM bereitgestellten Ausrüstung. Das Projekt wurde ein Riesenerfolg. „Die ersten Bilder vom Drehtag haben uns schon sehr begeistert und gezeigt, dass sich der große Aufwand definitiv gelohnt hat“, so Heinrich Buhr.
Auf der entsprechenden Website (www.24hberlin.tv) sind bereits die Vorab-Ergebnisse einsehbar. Genau ein Jahr später, also am 5. September 2009, wird der 24-h-Zusammenschnitt über rbb, auf Arte und vom finnischen Digitalsender YLE Teema ausgestrahlt – 24 Stunden lang, rund um die Uhr und ohne Unterbrechung. Arne und Heinrich Buhr erzählen, dass die Tage zuvor die Zentrale voller Kartons und Kisten stand, die zu konfektionieren und nach Berlin zu überführen waren, da BPM nicht nur die Kameras beschaffte, sondern auch die komplette zusätzliche Ausstattung wie Objektive, Stative usw. bereitstellte. Kein Zuckerschlecken, eine echte logistische Herausforderung, die das fünf Personen zählende Team der Berliner Dependance von BPM zu meistern hatte, natürlich nicht ohne das Backbone, die Hamburger Zentrale.

Zukunft & Abschließendes. Bei BPM in Hamburg arbeitet das derzeit 21-köpfige Team daran, der Kundschaft alles angedeihen zu lassen, was sie benötigt und wünscht. Erst im vergangenen Sommer sind neue und wesentlich größere Geschäftsräume mit eben dem genannten Showroom bezogen worden. Die Berliner Filiale entstand im April 2006 aus dem Bedürfnis heraus, der bereits bestehenden, großen Kundschaft in der Hauptstadt Service und Ansprechpartner vor Ort zu bieten. Ob BPM seine Fühler noch weiter in die Republik oder gar über die Bundesgrenzen hinaus ausstrecken wird, bleibt abzuwarten, derzeit ist das aber nicht geplant! Die Bedeutung von Solidität in dieser Branche haben wir hinreichend betont und gewachsene Strukturen, wie wir sie bei BPM vorgefunden haben, sind sicher eine hervorragende Basis dafür. So, wie die BPM ihr Kerngeschäft vorantreibt und sich auch neuer Felder annimmt, kann hier noch viel entstehen.


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